Mittwoch, Dezember 09, 2009

Der Wert von Telefonischen Umfragen

In der Schweiz fand am 29.11.2009 eine Abstimmung zum Bauverbot für Minarette statt, die in ganz Europa Schlagzeilen machte.

Wie bei anderen Abstimmungen, wurde im Vorfeld der Wahl, ein führendes Meinungsforschungsinstitut mit der Erhebung der Tendenzen bezüglich des Abstimmungsresultats beauftragt. Laut den publizierten Ergebnissen der Befragung wurde eine deutliche Ablehnung der Vorlage durch 53% der Stimmbürger prognostiziert. Effektiv stimmten dann aber 57% der Stimmbürger für die Annahme der Vorlage.

Ich fragte mich, was bei dieser Umfrage wohl falsch lief, da wir selbst öfters Primerhebungen durchführen.

Bei der genauen Betrachtung des Aufbaues der Befragung zeigte sich, dass die Befragung ausschliesslich, auf der Stichprobe von Telefonischen Festnetznummer durchgeführt wurde. Nicht beachtet wurde hier das viele, vor allem auch jüngere Leute, vielfach nur noch Handys haben und über eine Festnetznummer nicht mehr erreichbar sind. Dies bedeutet, dass im vorliegenden Fall diese Zielgruppe schlicht nicht erreicht wurde. Zum Bemerken ist, das der Anteil an „Ja“ stimmenden jungen Wählern in diesem Fall relativ hoch war.

Diese Fehlprognose zeigt deutlich, dass neben den herkömmlichen Merkmalen (Demographie, Geografie etc..) bei der Selektion von Stichproben auch die Wahl der Kanäle über die eine Umfrage durchgeführt wird stark an Bedeutung gewonnen hat.

Nach meinen Erfahrungen liefert eine Umfrage, die jeweils nur auf einem Kanal durchgeführt wird, Beispiel Online oder via Telefon, Resultate die mit Vorsicht zu verwenden sind. Erst mit der richtigen Wahl der Stichprobe und der Kombination von verschiedenen „Umfragekanälen“ , wie Telefon, Online Befragung, SMS, Blogs etc. lassen sich nach meiner Meinung breit angelehnte Umfragen genügend abstützen.

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